E456-ERF - Elektronische Ressourcen im Fernzugriff (ERF)

Stand 06/2013

Elektronische Ressourcen im Fernzugriff

1 Elektronische Zeitschriften
1.1 Kriterien für die Aufnahme von elektronischen Zeitschriften in die ZDB
1.2 Bestimmung des Hauptsachtitels und der Haupteintragung
1.3 Allgemeine und spezifische Materialbenennung
1.4 Erscheinungsverlauf
1.5 Impressum
1.6 Systemvoraussetzungen und andere Hinweise in Fußnoten
1.7 Angabe der URLs
1.7.1 Unterscheidung verschiedener URLs
1.7.2 Sonderfall: URL-Angabe bei Veröffentlichungen, die keine eigene Homepage haben
1.7.3 Sonderfall: E-Mail-Newsletter
1.8 Titelsplits
1.9 Verknüpfungen zu parallelen Ausgaben und Vorgängern bzw. Fortsetzungen
1.10 Beilagen elektronischer Zeitschriften
1.11 Verschiedensprachige Ausgaben elektronischer Zeitschriften
1.12 Nicht mehr im Netz verfügbare oder nicht mehr ermittelbare elektronische Zeitschriften
1.13 Gravierende Korrekturen bei elektronischen Zeitschriften
1.14 Codeangaben der ZDB
1.15 Erschließung lizenzfreier elektronischer Zeitschriften und weitere besondere Benutzungsbedingungen
1.16 E-Paper
1.17 Angaben in den Exemplarsätzen
1.18 Bestandshaltung elektronischer Zeitschriften mit virtuellen Sigeln
(einschließlich Nationallizenzen)

1.19 Geschäftsgang für die Zusammenarbeit mit der EZB

2 Zeitschriften aus Aggregatordatenbanken

3 Zeitschriften aus Backfile-Paketen

4 Digitalisierungen
4.1 Begriffsabgrenzung
4.2 Layoutgetreue Digitalisierung
4.3 Katalogisierung
4.3.1 Allgemeine Verfahrensweise
4.3.2 JSTOR (Ausnahmeregelung)
4.3.3 Sonderfall: Verzicht auf Titelsplit

5 z. Z. nicht besetzt

6 Elektronische Publikationen mit integrierender Erscheinungsweise
6.1 Definitionen
6.2 Kriterien für die Aufnahme in die ZDB
6.3 Bestimmung des Hauptsachtitels und der Haupteintragung
6.4 Allgemeine und spezifische Materialbenennung
6.5 Erscheinungsverlauf
6.6 Systemvoraussetzungen u. andere Hinweise in Fußnoten, Angabe der URL
6.7 Titelsplits/Titelverknüpfungen
6.8 Angaben in Exemplarsätzen
6.9 Hinweise zu Online-Publikationen als Teil eines Gesamtwerkes

7 Anhang: Erfassungshilfen
7.1 Erfassungshilfe für Elektronische Ressourcen im Fernzugriff
7.2 Erfassungshilfe für Elektronische Ressourcen im Fernzugriff: layoutgetreue Digitalisierung (mit und ohne Master)
7.3 Erfassungshilfe für Elektronische Ressourcen im Fernzugriff : Langzeitarchivierung

Elektronische Ressourcen im Fernzugriff

Mittlerweile werden immer mehr Daten und Informationen über das Internet angeboten. Neben vielfältigen Veröffentlichungen wie Zeitschriften, Schriftenreihen, Zeitungen, Magazinen sowie Nachrichten-, Mitteilungs- und Informationsblättern der verschiedensten Körperschaften auch Musik, Bilder, Filme, Websites, Datenbanken und Blogs. Allen gemeinsam ist die Art des Zugangs bzw. der Verfügbarkeit. Vieles davon fällt unter die Definition der Elektronischen Ressourcen im Fernzugriff (RAK-NBM § 2, Präz. Febr. 2000) und wird in Online-Katalogen nachgewiesen.
Im Folgenden wird der Begriff „elektronische Zeitschrift“ stellvertretend sowohl für Zeitschriften als auch für Schriftenreihen verwendet.

Zur Behandlung von Zeitungen, die als elektronische Ressourcen im Fernzugriff erscheinen, darunter auch E-Paper-Versionen, vgl. E 490, 9.3.1 und E 490,9.3.2.

Zur Behandlung von Schriftenreihen, bei denen nur einzelne Stücke als elektronische Ressourcen erscheinen, vgl. E 240, 4.2.

Seit elektronische Ressourcen im Fernzugriff in Bibliothekskatalogen nachgewiesen werden, gibt es sowohl national als auch international eine offene Diskussion, wie dieses Material am besten zu katalogisieren ist.

Nach den RAK-NBM-Präzisierungen § 2,3 und § 109,3 erhalten

- elektronische Ressourcen auf Datenträgern und elektronische Ressourcen im Fernzugriff jeweils eine eigene Einheitsaufnahme,

- desgleichen layoutgetreue Digitalisierungen, die im Fernzugriff verfügbar sind (vgl. RAK-NBM-Präzisierung §2, 4, b).

Die Bestimmungen der RAK-NBM §§ 2,2,c, 2,3 und 2,4 in ihrer Fassung als Präzisierung vom Februar 2000 machen die Feststellung einer eigenen Ausgabe - mit der Konsequenz einer eigenen Aufnahme - bei verschiedenen unter demselben Hauptsachtitel erscheinenden Ressourcen von inhaltlichen Unterschieden abhängig. Diese aus dem Bereich gedruckter Veröffentlichungen in die RAK-NBM übernommene Regelung ist auf fortlaufend erscheinende elektronische Ressourcen kaum anwendbar, denn sie bedeutet in der Praxis, dass - wenn nicht entsprechende Hinweise bereits auf der Startseite vorhanden sind - inhaltliche Unterschiede nur aufgrund aufwendiger Prüfungen festgestellt werden können. Die Ermittlung von Unterschieden und ihre Bewertung als geringfügig oder gravierend ist in den Bibliotheken nicht zu leisten und außerdem ggf. erschwert durch lizenzierte Zugänge.

Daher hat die ZDB als überregionaler Verbundkatalog die folgenden Katalogisierungsvereinbarungen für dieses Material getroffen und zwar mit dem Ziel, Ressourcen, die unter gleichlautenden Hauptsachtiteln von verschiedenen Providern oder in verschiedenen Formaten online angeboten werden, vorzugsweise zusammenfassend in einer Aufnahme beschreiben zu können.

- Wird ein Zeitschriftentitel von einem Verlag und von einer oder mehreren Aggregatordatenbanken angeboten, wird dieser Sachverhalt in einer Einheitsaufnahme beschrieben (s. auch Abschnitt 3, Zeitschriften aus Backfile-Paketen).

- Erscheint eine elektronische Zeitschrift im Fernzugriff gleichzeitig in unterschiedlichen Dateiformaten (z.B. als HTML-Datei für die Bildschirmanzeige und als PDF-Datei für den Ausdruck), wird dieser Sachverhalt in einer Einheitsaufnahme beschrieben (Zur Angabe des Formats s. 4251).

- Bereits 1999 wurde zur Katalogisierungsvereinfachung festgelegt, dass bei elektronischen Zeitschriften, deren Gesamterscheinungsverlauf sich aus nachträglich digitalisierten Teilen und originären Verlagsteilen zusammensetzt, angenommen wird, dass es sich bei den digitalisierten Anteilen der Veröffentlichung um nicht-layoutgetreue Digitalisierungen handelt, so dass diese Teile zusammen in einer Einheitsaufnahme dargestellt werden (s.auch Abschnitte 3, Zeitschriften aus Backfile-Paketen und 4.3.2, JSTOR)

Die zusammenfassende Beschreibung stellt auch sicher, dass Nutzende nicht mit einer Vielzahl von Titelaufnahmen - und einer Vielzahl irrelevanter, weil identischer Informationen - für die gleiche Ressource konfrontiert werden.

1 Elektronische Zeitschriften

1.1 Kriterien für die Aufnahme von elektronischen Zeitschriften in die ZDB

Elektronische Zeitschriften können als Originalversionen (ohne parallel erscheinende Druckausgaben, born-digital) oder Onlineversionen der gedruckten Ausgabe (parallel zur Druckausgabe produziert, inhaltlich verändert oder nachträglich online verfügbar gemacht) vorliegen. Sie sollten in mehreren Teilen (mit numerischer und/oder chronologischer Bezeichnung) ohne einen von vornherein geplanten Abschluss in maschinenlesbarer Form erscheinen und ausschließlich online über das Internet verfügbar sein.

Es sollen vorzugsweise Volltextausgaben katalogisiert werden. Nutzungsanalysen von Internetangeboten haben jedoch ergeben, dass viele Nutzende auch den bloßen Zugriff auf Inhaltsverzeichnisse bereits als sehr nützlich betrachten, daher erscheint es sinnvoll, auch elektronische Zeitschriften zu katalogisieren, für die zunächst nur Inhaltsverzeichnisse im Internet zur Verfügung stehen.
Elektronische Zeitschriften, die in der ZDB katalogisiert werden, sollen

  • einen katalogisierbaren Titel haben
  • fortlaufend in mehreren Teilen erscheinen und
  • numerische und/oder chronologische Bezeichnungen haben.

1.2 Bestimmung des Hauptsachtitels und der Haupteintragung

Die Informationsquellen für die Bestimmung des Hauptsachtitels sind in RAK-NBM § 115,1,H (RAK-NBM-Präzisierungen) geregelt.

Danach wird bei elektronischen Ressourcen im Fernzugriff im allgemeinen die Homepage (=Eröffnungsbildschirm) als primäre Informationsquelle herangezogen. Das ist diejenige Stelle, die den Hauptsachtitel enthält und bei elektronischen Zeitschriften den schnellstmöglichen Einstieg auf Inhaltsverzeichnisse/Abstracts ermöglicht (Bsp. 1). Im Zweifelsfall sollte eine pragmatische Entscheidung getroffen werden. Ergebnis könnte der Bildschirm mit der (kürzesten) Grund-URL sein; in der Regel nicht ausreichend ist jedoch die Homepage des Verlages.
Sind bei einem Zugriff über die bibliographische URL1 und über eine Agentur-URL auf den Homepages unterschiedliche Titelfassungen angegeben, ist diejenige Titelfassung für die Ansetzung maßgeblich, die über die bibliographische URL erreichbar ist. Der Hauptsachtitel der Veröffentlichung unter der Agentur-URL wird als Nebentitel angesehen und im Feld 4212 erfasst.

Die gemäß RAK-NBM § 162,0 (RAK-NBM-Präzisierungen) vorgeschriebenen Angaben zur Haupttitelstelle und zum Hauptsachtitel werden im Feld 4213 gemacht, jedoch nur dann, wenn in seltenen Einzelfällen der Hauptsachtitel von anderen Stellen als von der Haupttitelstelle entnommen wurde.

Beispiele:

4213 % Hauptsacht. aus d. Readme-Datei
4213 %Hauptsacht. vom Inhaltsverz.

1.3 Allgemeine und spezifische Materialbenennung

Die allgemeine Materialbenennung für maschinenlesbare Ausgaben lautet „Elektronische Ressource“ und wird in Unterfeld $n des Feldes 4000 in doppelten eckigen Klammern erfasst. Bei Werken mit Unterreihen erfolgt die Angabe der allgemeinen Materialbenennung seit März 2007 RAK-gemäß im Feld 4005.
Die Angabe dient der Information des Benutzers über die Art der Ausgabe und zwar bereits am Anfang der Titelaufnahme und nicht erst in den Fußnoten. Sie hat keinen Sortierwert.

Die codierte Angabe, welche Art maschinenlesbarer Ausgabe vorliegt, erfolgt im Feld 1101. Auf der 2. Position des Feldes wird zwischen elektronischen Ressourcen auf Datenträgern und im Fernzugriff unterschieden. Die Codierung für elektronische Ressourcen im Fernzugriff lautet „r“.
Die nach RAK-NBM zusätzlich zur allgemeinen Materialbenennung vorgesehene Angabe der spezifischen Materialbenennung erfolgt im Bereich der Fußnoten im Feld 4060. Die spezifische Materialbenennung für elektronische Zeitschriften lautet „Online-Ressource“ (RAK-NBM § 3a,8,Anm.2, RAK-NBM-Präzisierungen).

1.5 Impressum

Erscheinungsorte von elektronischen Zeitschriften lassen sich häufig nur schwer ermitteln: allerdings enthält die Homepage der Veröffentlichung mitunter ein eigenes Impressum, in dem der Unternehmenssitz angegeben wird, oder ein Link „Kontakte“ führt zu einer Postadresse. Nach einer Entscheidung der 27. AGDBT-Sitzung muss das Feld 4030 bei elektronischen Zeitschriften trotz der mit der Ermittlung verbundenen Schwierigkeiten besetzt werden. Ist der Erscheinungsort nur mit größerem Aufwand bzw. gar nicht zu ermitteln, muss im Feld [S.l.] eingegeben werden.
Erscheint eine elektronische Zeitschrift gleichzeitig bei verschiedenen Verlagen, z. B. bei retrospektiver Digitalisierung und aktuellem Verlag, oder wird sie von verschiedenen Aggregatordatenbanken (Proquest, EBSCO u.a.) angeboten, wird das Feld 4030 mehrfach besetzt. Außerdem wird der Verlag der Druckausgaben in 4030 erfaßt, wenn er in der Vorlage genannt wird.

1.6 Systemvoraussetzungen und andere Hinweise in Fußnoten

Bei Vorliegen von elektronischen Ressourcen im Fernzugriff werden gemäß RAK-NBM § 161b (RAK-NBM-Präzisierungen) Angaben über Systemvoraussetzungen, Zugriffsart und Adresse in den Fußnoten gemacht, wenn sie der Vorlage zu entnehmen sind.
Entgegen dieser Bestimmung wird in der ZDB die elektronische Adresse einer Veröffentlichung lediglich im Feld 4085 angegeben. Eventuelle Erläuterungen zur URL bzw. zu mehreren URLs zu einem Titel (Datierungen, Angaben zum inhaltlichen Umfang) erfolgen in Unterfeld $x des entsprechenden Feldes 4085.
Die Angaben über Systemvoraussetzungen und Zugriffsart können im Feld 4251 vorlagegemäß oder in strukturierter Form gemacht werden. Die Einleitungstexte lauten „Systemvoraussetzungen“ und „Zugriffsart“.

Beispiele:

4251 Systemvoraussetzungen: Acrobat reader Version 4.0
4251 Zugriffsart: ftp

Auf Angaben zur Zugriffsart wird in der ZDB jedoch verzichtet, wenn anhand der eingegebenen elektronischen Adresse zu erkennen ist, dass es sich bei der vorliegenden Ressource z. B. um eine Internetressource handelt.

Ebenso können im Feld 4251 Varianten derselben elektronischen Ressource, die nicht als eigene Ausgaben gelten, beschrieben werden.

Beispiel:

4251 Verfügbar in ASCII- und Postscript-Version

Bei elektronischen Zeitungen können im Feld 4226 auch Angaben über die Aktualisierung gemacht werden.

Beispiel:

4226 Tägl. Aktualisierung

Bei elektronischen Ressourcen im Fernzugriff können nach RAK-NBM §162,7 im Feld 4221 Angaben zur Benutzeroberfläche gemacht werden, wenn z. B. verschiedene Arbeitssprachen eingestellt werden können.

Beispiel:

4221 Benutzeroberfläche dt. oder engl.

Zur Katalogisierung von mehrsprachigen elektronischen Ressourcen, die für jede Sprache eine eigene Titelaufnahme erhalten s. 1.11.

Die Angabe eines Sichtungsdatums erfolgt im Feld 4213 und zwar jeweils in einem eigenen Feld.

Beispiel:

4213 %Gesehen am 07.08.03

1.7 Angabe der URLs

1.7.2 Sonderfall: URL-Angabe bei Veröffentlichungen, die keine eigene Homepage haben

Die zu einer elektronischen Zeitschrift gehörige URL führt als bibliographische URL im Allgemeinen gezielt zur Homepage der Veröffentlichung. In einzelnen Fällen jedoch existiert keine separate Homepage für eine Veröffentlichung, die einzelnen Teile sind voneinander unabhängig z.B. auf der Homepage des Urhebers oder Verlags einzeln verlinkt. Um eine Aufblähung der Titelaufnahme durch zahlreiche URLs zu verhindern, soll in solchen Fällen die Adresse der Homepage des Urhebers oder Verlags angegeben werden bzw. der Seite, von der aus die einzelnen Teile der Veröffentlichung erreichbar sind.

1.8 Titelsplits

Die Katalogisierungsvereinbarungen der 26. AGDBT zu Titelsplitts bei elektronischen Zeitschriften besagen, dass nur gesplittet werden soll, wenn bei der Zeitschrift drei Kriterien vorliegen: Hauptsachtitel, ISSN und URL ändern sich. (Gleichzeitig wurden Ausnahmen zugelassen, beispielsweise bei 2 Vorgänger und 1 Fortsetzung oder bei Titeln mit EBSCO-Nummer).
Ab 01.01.07 erfolgen Titelsplits bei elektronischen Ressourcen im Fernzugriff nach den Regeln der ISBD-CR, die in den allgemeinen ZETA-Teil E 221 eingearbeitet sind.
Zukünftig werden Altdaten (Titel, die aufgrund der bisherigen Vereinbarung nicht gesplittet wurden) nur dann nachträglich gesplittet, wenn Nachweise aus Aggregatordatenbanken oder Backfile-Paketen eine Überarbeitung erfordern.

1.9 Verknüpfungen zu parallelen Ausgaben und Vorgängern bzw. Fortsetzungen

Elektronische Zeitschriften, die parallel zu oder als Fortsetzung von Druckausgaben oder elektronischen Ressourcen auf Datenträgern erscheinen, werden über die entsprechenden Verknüpfungsfelder mit der Druckausgabe oder der elektronischen Ressource auf Datenträgern verknüpft. Bei Parallelausgaben lautet der Vortext „Druckausg.“ oder z.B. „CD-ROM-Ausg.“ (Gegenseite: „Online-Ausg.“).
Bei Vorgänger/Fortsetzung-Verknüpfungen wird das Feld 4244, unter Verwendung der entsprechenden Steuerzeichen f# oder s#, besetzt. Bei einem Wechsel der Materialart wird dabei grundsätzlich durch einen Vortext darauf hingewiesen, um welche Art von Forts./Vorg. es sich handelt, z.B. „Vorg. als Druckausg.“ oder z.B. „Vorg. als DVD-Ausg.“ (Gegenseite: „Forts. als Online-Ausg.“)
Soll eine Aufnahme für die Online-Ausg. zum gegenwärtigen Zeitpunkt noch nicht erstellt werden, so wird in der Aufnahme des Druckwerkes oder in der Aufnahme der elektronischen Ressource auf Datenträgern im Feld 4244 ein verbaler Titelhinweis gegeben. Die Angabe der URL in der Aufnahme der Druckausgabe ist in solchen Fällen nicht möglich.

1.10 Beilagen elektronischer Zeitschriften

Für fortlaufende Beilagen elektronischer Zeitschriften sind die Regeln analog zu den Beilagen der Printausgaben (s. E 441, Fortlaufende Beilagen und E 211, Unterreihen und fortlaufende Beilagen) anzuwenden: sie erhalten nur dann eine eigene Titelaufnahme, wenn sie für ihre einzelnen Teile eine eigene durchlaufende Zählung aufweisen. Erfüllt die Beilage die Kriterien für eine eigene Titelaufnahme, so ist es unerheblich, ob sie über eine eigene Homepage bzw. eigene URL verfügt. Ist die Beilage nicht über eine eigene URL von der Hauptzeitschrift abzugrenzen, wird in der Beilagenaufnahme im Feld 4085 die URL der Hauptzeitschrift angegeben.
Fortlaufende Beilagen elektronischer Zeitschriften, die die Kriterien für eine eigene Aufnahme nicht erfüllen, werden lediglich im Feld 4226 der Hauptzeitschrift mit dem Einleitungstext „Ungezählte Beil.: ...“ angegeben, von einem zitierfähigen Sachtitel wird im Feld 3260 ein Sucheinstieg erfaßt.

1.11 Verschiedensprachige Ausgaben elektronischer Zeitschriften

Erscheint eine elektronische Zeitschrift in verschiedenen Sprachen, so wird für jede Ausgabe eine eigene Titelaufnahme erstellt. Die weitere Behandlung der Veröffentlichung richtet sich nach den Regeln für die Behandlung verschiedensprachiger Ausgaben bei Druckausgaben (s. E 455, Verschiedene Ausgaben bei fortlaufenden Sammelwerken).

1.14 Codeangaben der ZDB

Bestimmte Sachverhalte werden bei elektronischen Zeitschriften codiert erfasst, um sie selektieren zu können:

0600 ag Titel aus Aggregatordatenbank oder auch in Aggregatordatenbank enthalten
0600 pu Pay-per-use-Titel
0600 nl Titel mit Nationallizenz

1.15 Erschließung lizenzfreier elektronischer Zeitschriften und weitere besondere Benutzungsbedingungen

Zur Definition und Katalogisierung lizenzfreier elektronischer Zeitschriften s. 4085.
Nach der ZDB-Definition dürfen „ausschließlich lizenzfreie Volltexte, die voraussichtlich für ihre gesamte Erscheinungsdauer kostenfrei zugänglich sind“ als lizenzfrei gekennzeichnet werden. Praktische Erfahrungen zeigen, dass es auch elektronische Zeitschriften gibt, deren Volltexte lediglich zum Lesen kostenfrei zur Verfügung stehen, Ausdruckmöglichkeiten jedoch mit dem Print-Abonnement der Zeitschrift gekoppelt sind. Nach einer Entscheidung der Expertengruppe der AGDBT "Aggregatordatenbanken und elektronische Zeitschriften" dürfen auch solche Zeitschriften als lizenzfrei gekennzeichnet werden unter der Maßgabe, die weitere Entwicklung zu beobachten.

Neben lizenz- und kostenfrei sind mittlerweile weitere Codierungen in diesem Unterfeld vorgesehen. Während für kostenfrei KF bzw. kostenfrei mit Moving wall KW stehen und damit grundsätzlich jedem Benutzer freien Zugriff bieten, wurden PU und NL als Kennzeichen für besondere Benutzungsbedienungen eingeführt. PU steht für Pay-per-Use und bedeutet, dass eine Bibliothek mit einem Datenbankanbieter einen Vertrag ausgehandelt hat, der dem einzelnen Benutzer einer kostenpflichtigen Datenbank vorteilhaftere Benutzungsbedingungen ermöglicht, wenn er die Datenbank über die Bibliothek nutzt. NL steht für Nationallizenz und bedeutet, dass zumindest die Hochschulangehörigen der Universitätsbibliotheken, die sich für dieses Produkt angemeldet haben, freien Zugang haben. Teilweise ist dieser Zugang allerdings auch für Einzelnutzer aus dem Bundesgebiet, die sich registrieren lassen, frei gegeben.

1.16 E-Paper

Unter E-Paper wird in der Regel die elektronische Ausgabe einer gedruckten Zeitung einschließlich aller Anzeigen und Fotos verstanden, die parallel, d.h. zeitgleich bzw. kurz vor oder kurz nach dem Erscheinen der gedruckten Ausgabe, im Fernzugriff zur Verfügung gestellt wird und in Inhalt und Erscheinungsbild (Seitenlayout) vollständig die Druckausgabe widerspiegelt.
Gelegentlich werden als E-Paper aber auch digitalisierte Ausgaben von Zeitschriften bezeichnet. Während für E-Paper-Versionen von Zeitungen 2009 vereinbart wurde, eigene Titelaufnahmen anzulegen (s. E 490, 9.3.2), werden E-Paper-Versionen von Zeitschriften - ebenso wie die Versionen in verschiedenen Dateiformaten - nicht mit einer eigenen Titelaufnahme versehen, sondern weiterhin mit anderen Online-Ausgaben der Zeitschrift zusammenfassend  in einer Titelaufnahme beschrieben.

1.18 Bestandshaltung elektronischer Zeitschriften mit virtuellen Sigeln (einschließlich Nationallizenzen)

Virtuelle Sigel für die regionalen Bibliotheksverbünde (BVB, Hebis, HBZ) und für Konsortien dienen der Arbeitserleichterung: obwohl nur eine Bibliothek je Verbund / Konsortium in der ZDB einen Exemplarsatz anlegen muss, werden die Daten an alle zugehörigen Bibliotheken verteilt.

Zu jedem virtuellen Sigel gehören eine ILN und eine Benutzernummer. Unter dieser Benutzernummer können die Bestände bearbeitet werden. Grundsätzlich können alle bei Druckausgaben üblichen Exemplardatenfelder auch bei der Bestandsführung von elektronischen Zeitschriften von Konsortien verwendet werden. Das virtuelle Sigel wird wie andere Sigel auch im Feld 4800 mit dem Exemplarsatz verknüpft. Anstelle von Signaturen werden im Feld 7135 die verschiedenen lokal oder auch regional gültigen URLs erfasst. Im Kommentarfeld 8034 können z.B. Zugangsbedingungen bzw. Geltungs- und Lizenzbereiche, also z.B. „Campuslizenz“ eingetragen werden.

Neben den virtuellen Sigeln für Bibliotheksverbünde und Konsortien werden in der ZDB auch für besondere Gruppen von Zeitschriften und Datenbanken virtuelle Sigel verwendet. Sowohl die Zeitschriftentitel, die zu den Aggregatordatenbanken der Firma EBSCO (besonderer Geschäftsgang) gehören, als auch die Zeitschriftentitel bzw. Datenbanken, die als Nationallizenz deutschlandweit verfügbar sind, erhalten einen Lokalsatz mit virtuellem Sigel, um die Verteilung in die regionalen Bibliotheksverbünde und damit auch in die lokalen Opacs sicherzustellen. Dabei steht das virtuelle Sigel stellvertretend für ein bestimmtes Zeitschriftenbündel (Academic Search Premier), für ein bestimmtes Backfile-Paket (Springer Online Journal Archives) oder eine Datenbank (Biological abstracts).

WWW 1 Elektronische Bibliothek Bayern
WWW 2 Elektronische Zeitschriften Nordrhein-Westfalen
WWW 2/1 Elsevier-Konsortium Nordrhein-Westfalen
WWW 3 Elektronische Zeitschriften HeBIS
WWW 4/... EBSCO
WWW49/SOJ Hannover, Springer Online Journals Archives

1.19 Geschäftsgang für die Zusammenarbeit mit der EZB

Ziel der Kooperation zwischen EZB und ZDB ist es, Katalognachweis und Lizenzverwaltung elektronischer Zeitschriften in einem kombinierten Verfahren zu gewährleisten.
Mit Hilfe des sog. „EZB-Knopfs“ (als Skript im Lieferumfang von WINIBW 2.3 enthalten) werden nach der Erfassung der Titelaufnahme in der ZDB bestimmte Feldinhalte automatisch in die entsprechenden EZB-Felder übertragen. Bei einer bereits bestehenden Verknüpfung zur Druckausgabe wird darüber hinaus die Verknüpfung von der Gegenseite her ebenfalls automatisch erstellt und die ISSN der Druckausgabe wird an die EZB-Aufnahme übergeben. Die so vorbereitete EZB-Aufnahme muss durch Angaben zur Lizenzverwaltung ergänzt und in der EZB abgespeichert werden. Dabei wird die Frontdoor-URL der EZB erzeugt, deren integraler Bestandteil die ZDB-ID ist. Anschließend wird durch die Prozedur diese URL in der ZDB-Titelaufnahme eingetragen.

Beispiel:

4085 =u http://www.bibliothek.uni-regensburg.de/ezeit/?2054170=x F

Für Katalogisierende ist bei der Anwendung des automatisierten Verfahrens insbesondere zu beachten, dass EZB und ZDB mit unterschiedlichen Regelwerken arbeiten und deshalb unterschiedliche Formate aufweisen. So sind z.B. das Profil (in die EZB werden z.B. nur wissenschaftliche Zeitschriften mit mindestens 50% Volltexten, jedoch keine Datenbanken aufgenommen), die jeweiligen Pflichtfelder der beiden Katalogisierungssysteme und die als lizenzfrei zu kennzeichnenden elektronischen Zeitschriften unterschiedlich definiert. Deshalb ist es für ZDB-Katalogisierende empfehlenswert, sich vor Anwendung des automatisierten Verfahrens mit dem Format der EZB vertraut zu machen.

Beispiel 2

Backfile-Jahrgänge werden für alle verfügbaren Zeiträume unter dem gleichen Titel und unter der gleichen URL angeboten; in der ZDB ist genau eine für den Backfile-Nachweis nutzbare ERF-TA ist vorhanden

Beispiel 3

Backfile-Jahrgänge werden für alle verfügbaren Zeiträume unter dem gleichen Titel und unter der gleichen URL angeboten; in der ZDB sind bereits mehrere chronologisch auf einander folgende ERF-TA vorhanden

4 Digitalisierungen

4.1 Begriffsabgrenzung

„Unter Digitalisierung versteht man die Überführung eines analog vorliegenden Dokuments der Primärform, z.B. gedruckter Literatur, in eine digitale Datei, die mit den Methoden der EDV gehandhabt werden kann“ (Leskien, 2000), d. h., man kann von Digitalisierung nur sprechen, wenn analoge Signale wie Schrift oder Bilder vorliegen, die dann entweder gescannt oder über Tastatur maschinenlesbar erfasst, also digitalisiert, werden.

Im heutigen Publikationsprozess ist der Verzicht auf den Einsatz von EDV fast undenkbar: mittels einer Datei können schnell und unkompliziert verschiedene Ausgabeformen (als Papierexemplar, auf CD-ROM oder im Fernzugriff) erzeugt werden. Sofern ein Verlag nicht ausdrücklich darauf hinweist oder ähnlich eindeutig aus anderen Quellen hervorgeht, dass die Druckausgabe als Vorlage für die Erstellung der elektronischen Ausgabe herangezogen wurde, sind die Katalogisierungsregeln für die Bearbeitung von Sekundärausgaben nicht heranzuziehen.

4.2 Layoutgetreue Digitalisierung

Gemäß den RAK-NBM ist ein gedrucktes Werk, das layoutgetreu digitalisiert wurde, einer nachträglich erstellten Mikroform vergleichbar: Nach der RAK-NBM-Präzisierung § 2,4,b gilt das Werk als Sekundärausgabe. Die bibliographische Beschreibung der digitalisierten Ausgabe erfolgt auf der Basis der Primärausgabe in einer eigenen Einheitsaufnahme (§ RAK-WB 107,1). Für die Eintragungen gelten die Bestimmungen der RAK-WB (§ NBM 2,4,b Anm.). Ziel dieser Regelung ist, dass Benutzer, die in einem Katalog mit den bibliographischen Angaben der Primärausgabe suchen, auch die Sekundärausgabe ermitteln können und dass bei verschiedenen (Druck-) Ausgaben eines Werkes die jeweils zugehörige Sekundärausgabe (beispielsweise auf CD-ROM oder im Fernzugriff) durch eine Verknüpfung eindeutig zu kennzeichnen ist2.

Bei layoutgetreuer Digitalisierung werden gedruckte Werke gescannt und die so erzeugten Bilddateien mittels Standardsoftware (z.B. Adobe Acrobat Reader, PDF) gespeichert und benutzbar gemacht. Die Daten können auf einem Datenträger oder im Fernzugriff zur Verfügung gestellt werden.

Die ZRT geht davon aus, dass der Sachverhalt „layoutgetreu digitalisiert“ aus der Ressource selbst oder aus einer Mitteilung des Urhebers der Digitalisierung hervorgeht bzw. ohne viel Aufwand festgestellt werden kann. Beispielsweise sollte bei Verlagsprodukten, die als elektronische Ressourcen auf Datenträgern erscheinen, bereits der physischen Vorlage (Behältnis, Begleitmaterial etc.) zu entnehmen sein, dass es sich um eine layoutgetreue Digitalisierung handelt, während es sich bei CD-ROMs, die von Bibliotheken zwecks Bestandssicherung der Primärausgabe hergestellt wurden, häufig um layoutgetreue Digitalisierungen handelt und möglicherweise erst eine Installation des Werkes Klarheit über einen anderen Sachverhalt verschaffen kann.
Im Zweifelsfall wird davon ausgegangen, dass eine Online-Ressource auf einem Datenträger nicht layoutgetreu digitalisiert wurde und keine Sekundärausgabe vorliegt.

Bei Online-Ressourcen sollten folgende Kriterien überprüft werden:

  • der Text muss in Seiten- und Zeilenumbruch dem Original entsprechen,
  • es muss der gleiche Schrifttyp verwendet werden,
  • die Seitengestaltung muss identisch sein,
  • der Text des Originals muss vollständig wiedergegeben sein, d.h. es muss sich um eine vollständige fotografisch getreue Wiedergabe der Vorlage handeln.

Außerdem muss klar erkennbar sein, welche Ausgabe als Primärausgabe zugrunde liegt.

Die Einbettung in Dokumentmanagement-Systeme (Angebot von Inhaltsverzeichnissen, Navigationsleisten, Suchmaschinen, weiteren Benutzungshilfen) ändert nicht die Bestimmung als layoutgetreue Digitalisierung.

Eine neue Zusammenstellung verschiedener Druckschriften bzw. Ausgaben ist als Ganzes keine Sekundärausgabe. Wenn wesentliche Ergänzungen z.B. auch multimedialer Art mit vorliegen, handelt es sich ebenfalls nicht um eine Sekundärausgabe.

Zeitschriften sind seit etwa Anfang der neunziger Jahre parallel als gedruckte Ausgabe und als elektronische Ressource im Fernzugriff erschienen. Wenn sich ein Verlag entschließt, bereits früher erschienene Bände einer Zeitschrift zur Ergänzung der laufenden Online-Ausgabe als Backfile, Historical Archive o.ä. im Fernzugriff verfügbar zu machen, sind diese Bände Bestandteil der elektronischen Ausgabe im Fernzugriff und erweitern in der bereits vorhandenen Titelaufnahme für die Internetausgabe den Erscheinungsverlauf um frühere Jahrgänge.
Im Zweifelsfall wird auch bei Online-Ressourcen im Fernzugriff keine layoutgetreue Digitalisierung angenommen.

4.3 Katalogisierung

4.3.1 Allgemeine Verfahrensweise

Für den Nachweis eines layoutgetreu digitalisierten fortlaufenden Sammelwerks werden i.d.R. alle Angaben (z.B. Nebentitel, Impressum, Erscheinungsjahre) der Primärausgabe, die im Digitalisat wiedergegeben werden, mit in die Titelneuaufnahme übernommen. D.h., dass z.B. im Feld 4030 die Angaben der Primärausgabe erscheinen, während das Impressum des Digitalisats im Feld 4048 erfasst wird. Durch Mitnahme dieser Angaben ist es möglich, bei einer Recherche Treffer sowohl für die Primärausgabe als auch für das Digitalisat zu erhalten.
Wenn die Primärausgabe bereits in der ZDB vorhanden ist, kann unter Beachtung der Erfassungshilfe 7.2 diese Titelaufnahme (Primärausgabe) dupliziert und für die Erstellung der Neuaufnahme (Digitalisat) genutzt werden. Über das Minimalformat hinausgehend müssen Titelaufnahmen für Digitalisate folgende Felder enthalten:

0600
1101
1109 (wenn zu ermitteln oder bekannt)
4048
4060-4063
4237

Folgende Felder können hinzukommen, wenn die betreffenden Daten vorliegen:

4119
4251
4260

und die üblichen Felder für Titelverknüpfungen.

Zu weiteren Feldern im Exemplarsatz vgl. Erfassungshilfe 7.2.

Beispiel

0500 Obvz
0600 ld;dm
1100 1791-1800
1101 cr
1109 2002-2002
1500 /1ger
1700 /1XA-DXDE
1800 m
2110 2086013-4
3010 !009550828!
4000 Deutsches Magazin [[Elektronische Ressource]] / hrsg. von C. U. D. von Eggers
4025 1.1791 - 20.1800
4030 Altona : Hammerich
4035 Hamburg : Herold [[1791]]
4048 Bielefeld : Universitätsbibliothek
4060 Online-Ressource
4085 =u http://www.bibliothek.uni-regensburg.de/ezeit/?2086013=x F
4085 =u http://www.ub.uni-bielefeld.de/diglib/aufkl/deutschmaga/index.htm=x D=z LF
4119 Retrospektive Digitalisierung wissenschaftlicher Rezensionsorgane und Literaturzeitschriften des 18. und 19. Jahrhunderts aus dem deutschen Sprachraum
4237 Digital. Ausg. # Bielefeld : Universitätsbibliothek, 2002. (Retrospektive Digitalisierung wissenschaftlicher Rezensionsorgane und Literaturzeitschriften des 18. und 19. Jahrhunderts aus dem deutschen Sprachraum)
4241 In!025303007!
4243 Druckausg.!012722936!
4244 f#!023769408!
4244 s#!023769696!
5080 100
E01
7001 12-08-02 : x
4800 !009008756!
6700 ZE-ZDB
7120 /v1/b1791/V20/E1800
7900 27-07-03 12:11:57.000
8001 %8h{cr}
8032 #1#1.1791 - 20.1800
8449 Bielefeld : Universitätsbibliothek
8467 Bielefeld : Universitätsbibliothek
7800 079769209

Im Folgenden werden lediglich die Informationen festgehalten, die über die allgemeinen ZETA-Bestimmungen und die Ausführungen der Erfassungshilfe hinausgehen. Durch Besetzung des Feldes 0600 mit „ld“ sind layoutgetreu digitalisierte Titel selektierbar. „dm“ steht für Digitalisierungsmaster. 0600 ld;dm erfordert die Erfassung des Feldes 4237 [vgl. unten].

4025 wird mit den Angaben des Originals besetzt. Wenn im Rahmen eines Projekts aber nur Teile des gedruckten Originals digitalisiert werden, werden auch nur die Angaben für diesen Zeitraum erfasst. Zusätzlich wird in 4025 die Angabe „; mehr nicht digitalisiert“ erfasst.

Ist der Digitalisierungsprozess für ein fortlaufendes Sammelwerk noch nicht abgeschlossen und der Umfang der Digitalisierung noch nicht absehbar, kann zur Kennzeichnung des provisorischen Erscheinungsverlaufs ein Hinweis auf den Digitalisierungsprozess gegeben werden, der nach Abschluss der Digitalisierung von der zuständigen Bibliothek zu korrigieren ist.

4025 im Digitalisierungsprozess 1.1910 - 39.1949

Die URL der layoutgetreu digitalisierten Ressource im Fernzugriff erhält in 4085 im Unterfeld $x die Codierung D für Digitalisierung bzw. L für Langzeitarchivierung, wenn dieser Sachverhalt vorliegt.

Die folgenden aus der Titelaufnahme der Primärausgabe duplizierten Felder werden entfernt. Ein Reprint-Vermerk in 4216, der eine gedruckte Sekundärform beschreibt, und die Angaben zu sekundären Mikrofiche-Ausgaben in den Feldern 0600, 1105, 4237.

Das Feld 4237 enthält die spezifische Fußnote des Digitalisats. Da das Feld nicht indexiert wird, sind zu Recherchezwecken die Felder 1109, 2011 - 2019, 4048 und alternativ 4119 oder 4241 zu besetzen.

Häufig wird eine Anzahl layoutgetreu digitalisierter Zeitschriften gemeinsam über eine Website zugänglich gemacht (z.B. Gallica, Making of America). Sofern eine Titelaufnahme für die Website bereits vorliegt, wird über die Felder 4241/4242 In/Darin verknüpft. Bei umfangreicheren Websites muss die Darin-Verknüpfung entfallen. Ansonsten wird zunächst die Titelaufnahme der Website erstellt. Wenn keine eigene Titelaufnahme der Website vorliegt, kann diese Information auch im Feld 4119 abgelegt werden.

Wenn eine Zeitschrift als elektronische Ressource im Fernzugriff erscheint und es neben der Internetausgabe eine layoutgetreu digitalisierte Sekundärausgabe gibt, werden diese beiden Ausgaben als Parallelausgaben (nur) über 4243 verknüpft.

Beispiel (gekürzt und fingiert)

0500 Obvz
0600 ld
1100 1910-1984
1109 2002
4000 Geologische Rundschau [[Elektronische Ressource]] : GR / hrsg. von der Geologischen Vereinigung
4025 1.1910 - 34.1944; 35.1947/48 - 73.1984; mehr nicht digital.
4060 Online-Ressource
4243 Druckausg.!011183217!--Abvz--: Geologische Rundschau
4243 Online-Ausg.!02!6730243!--Obvz--: Geologische Rundschau

0500 Obvz
1100 1995-1999
2110 2168407-8
3120 !000405655!Geologische Vereinigung
4000 Geologische Rundschau [[Elektronische Ressource]] : GR = International journal of earth sciences / hrsg. von der Geologischen Vereinigung
4025 Nachgewiesen 84.1995,2 - 87.1998/99
4060 Online-Ressource
4243 Druckausg.!011183217!--Abvz--: Geologische Rundschau
4243 Digital. Ausg.!023356596!--Obvz--: Geologische Rundschau
4244 s#!01970609X!--Obvz--: International journal of earth sciences

Erscheint ein Werk (Konkordanz) vollständig bzw. überwiegend in einem fortlaufenden Sammelwerk, das layoutgetreu digitalisiert wurde, ist eine eigene Titelaufnahme für den Konkordanztitel anzulegen und zu verknüpfen.

Sofern nur einzelne Bände der digitalisierten Ausgabe Teil der Konkordanz sind, braucht für den Konkordanztitel als Ressource im Fernzugriff keine eigene Titelaufnahme erstellt zu werden. Stattdessen wird bei der Titelaufnahme der layoutgetreuen Digitalisierung die Konkordanz im Feld 4245 in geschweiften Klammern in Langform angegeben und eine einseitige Verknüpfung vom gedruckten Konkordanzwerk zur elektronischen Ausgabe vorgenommen.

Im Feld 4260 sind Angaben über Bestandsschutzmaßnahmen zu speichern. Zur Vermeidung von Doppelarbeit ist es sehr wichtig, dass Bibliotheken in diesem Feld bereits ihre Digitalisierungsabsicht weiterer Bände mitteilen. Nach Abschluss des Digitalisierungsprojekts wird dieses Feld durch Korrekturantrag an die ZRT wieder gelöscht.

4.3.3 Sonderfall: Verzicht auf Titelsplit

Das Prinzip der Katalogisierung auf der Basis des Originals kann in den Fällen modifiziert werden, in denen fortlaufende Sammelwerke über einen sehr langen Zeitraum erscheinen. Zum Zeitpunkt der layoutgetreuen Digitalisierung liegt das Erscheinen der Primärausgabe häufig viele Jahres zurück, so dass die in den Titelaufnahmen enthaltenen bibliographischen Angaben wie beispielsweise Titeländerungen, Erscheinungsverlauf, Wechsel des Verlagsorts bzw. des Verlegers, Konkordanzen, der Erscheinungsverlauf von Beilagen etc. zuverlässig sind und keinen Veränderungen mehr unterliegen.

Wenn ein solches fortlaufendes Sammelwerk layoutgetreu digitalisiert wurde und der Betreiber einer Website die digitalisierten Bände unter einem Hauptsachtitel und von einer Website aus verfügbar macht, kann bei der Katalogisierung dieser Bände auf Titelsplits verzichtet und die letzte Titelfassung der Druckausgabe als Hauptsachtitel verwendet werden. Alle anderen bibliographischen Informationen der Primärausgaben werden wie unter 4.3.1 beschrieben behandelt.

Bestehen Zweifel, ob die Voraussetzungen für 4.3.3 gegeben sind, sind die allgemeinen Bestimmungen anzuwenden.

Beispiel:

0500 Obvz
0600 ld
1100 1837-1859
1101 cr
1109 1999-1999
1500 /1eng
1700 /1XD-US
2110 2086188-6
4000 United States democratic review [[Elektronische Ressource]]
4025 1.1837/38 - 29.1851 = Nr. 1-162; N.S. 1=30.1852 - 2=31.1852; [N.S.] 1=32.1853 - 6=37.1856,1; 37.1856,2 - 43.1859; damit Ersch. eingest.
4030 New York, NY : Langley
4035 New York, NY : Kettell & Moore [[anfangs]]
4048 Ithaca, NY : Cornell Univ.
4060 Online-Ressource
4085 =u http://cdl.library.cornell.edu/moa/browse.journals/usde.html=x D=z LF
4085 =u http://www.bibliothek.uni-regensburg.de/ezeit/?2086188=x F
4119 Making of America
4213 %Gesehen am 08.09.04
4213 Hauptsacht. 1.1837/38 - 29.1851: The @United States magazine and democratic review
4213 Hauptsacht. N.S. 1=30.1852 - 2=31.1852: The @democratic review
4213 Hauptsacht. [N.S.] 1=32.1853 - 6=37.1856,1: United States review
4237 Digital. Ausg. # Ithaca, NY : Cornell Univ., 1999. (Making of America).
4241 In!025270257!
4243 Druckausg. 1.1837/38 - 29.1851!011961821!
4243 Druckausg. N.S. 1=30.1852 - 2=31.1852!014427613!
4243 Druckausg. [N.S.] 1=32.1853 - 6=37.1856,1!014427621!
4243 Druckausg. 37.1856,2 - 43.1859!01442763X!
4701 C!URL-Änderung(17-07-03)
5080 410;680

Felder, die die Sekundärausgabe beschreiben (z.B. 0600, 4237 u.a.) sind wie oben beschrieben zu besetzen und die Verknüpfungen zwischen Druckausgaben und digitalisierter Ausgabe als Korrektur an die ZRT zu melden. Die Erscheinungsorte bzw. Verlage werden in 4035 angegeben.

6 Elektronische Publikationen mit integrierender Erscheinungsweise3

6.1 Definitionen

Elektronische Ressourcen im Fernzugriff, die nach der integrativen Methode erstellt werden, weisen keine einzelnen/getrennten Teile wie die elektronischen Zeitschriften auf, sondern die Updates werden Bestandteile der Publikation, die nachträglich nicht mehr erkennbar sind.
Die von der Zeitweiligen Expertengruppe Elektronische Ressourcen der Arbeitsstelle für Standardisierung herausgegebenen Empfehlungen für "Continuing integrating resources" (ftp://ftp.ddb.de/pub/standardisierung/regelwerke/rak-nbm/Empfehlungen_CIR.pdf, im Folgenden als "Empfehlungen" zitiert; wörtliche Zitate im Rahmen) stellen aus dem Entwurf der ISBD(CR), International Standard Bibliographic Description für Serials and Other Continuing Resources (früher ISBD(S)) folgende Definitionen wichtiger Begriffe zur Verfügung:

Continuing resource
Eine bibliographische Ressource, die fortlaufend und ohne vorher festgelegten Abschluss erscheint. Zu den fortlaufenden Publikationen zählen fortlaufende Sammelwerke (Serials) und fortlaufende integrierende Ressourcen (Continuing integrating resources).

Integrating resource
Eine bibliographische Ressource, die durch Updates ergänzt oder verändert wird, die nicht voneinander unterscheidbar bleiben, sondern in das Gesamtwerk integriert werden. Integrierende Ressourcen können sowohl begrenzt als auch fortlaufend sein. Beispiele für integrierende Ressourcen sind aktualisierte Loseblatt-Ausgaben und Websites. "Empfehlungen", S. 5

Da im ISBD(CR)-Entwurf keine Definitionen für Datenbank und Website enthalten sind:

Ergänzende Definitionen nach Bernhard Eversberg (E-Mail an die rak-list vom 31.7.02)

Datenbanken
Datenbanken bestehen aus Datensätzen und Funktionen zum Umgang mit diesen. Datensätze sind strukturierte Texte, die aus Datenelementen bestehen. Eine Datenbank kann auch Sätze unterschiedlicher Struktur enthalten. Funktionen umfassen vor allem Suche, Bearbeitung, Eingabe neuer Sätze, Sortieren, Ausgeben beliebiger Teilmengen in variabler Struktur.

Web-Site
Vollständiges Angebot eines Teilnehmers im Internet. Gesamtheit zusammengehöriger Webdokumente und damit verbundener Dateien, Datenbanken und Scripte. Eine Web-Site hat im Allgemeinen einen Startpunkt (Homepage), von dem aus alle Bereiche des Angebots erreichbar sind.

6.2 Kriterien für die Aufnahme in die ZDB

Zu den elektronischen Publikationen mit integrierender Erscheinungsweise, die in die ZDB aufgenommen werden, gehören vor allem Datenbanken und Web-Sites.
Die meisten derartigen Publikationen sind fortlaufender Natur. Es gibt jedoch z.B. auch Datenbanken, die nach einer gewissen Zeitspanne nicht weiter aktualisiert werden und dann abgeschlossen sind. In die ZDB aufzunehmende Online-Publikationen müssen also zu den fortlaufend erscheinenden Publikationen gehören, die keinen von vornherein geplanten Abschluss haben. Bei parallel oder als Fortsetzung zu bereits in der ZDB vorhandenen fortlaufenden Sammelwerken kann dieses Kriterium als gegeben unterstellt werden.
Außerdem deuten Begriffe im Titel wie Bibliographie, Zeitschriftenschau, catalogue u.ä. auf fortlaufendes Erscheinen hin, ähnlich wie dies auch für Printausgaben fortlaufender Sammelwerke gilt.
Die "Empfehlungen" schlagen zur Klärung der Abgrenzung begrenzt/fortlaufend Folgendes vor:

Zur Abgrenzung, ob es sich bei der Online-Ressource um ein begrenztes oder um ein fortlaufendes Werk handelt, sollten neben den in § RAK-NBM 115,1,H genannten Informationsquellen zur bibliographischen Beschreibung auch vorliegende Metadaten sowie weitere Infomationsquellen, z.B. Verkaufsprospekte, Verlagskataloge, Erwerbungsunterlagen, sonstige Informationsmaterialien etc. herangezogen werden, wenn dies möglich ist und mit vertretbarem Aufwand erfolgen kann. "Empfehlungen", S. 2

Änderungen in Hilfetexten, im Webdesign oder in der Rechercheoberfläche allein sind kein Kriterium für eine fortlaufende Online-Ressource.
Datenbanken, Web Sites sind nicht per se fortlaufende Online-Ressourcen. Erst nach Prüfung der Definitionskriterien am Objekt erfolgt die Zuordnung zu den begrenzten oder den fortlaufenden Online-Ressourcen. So gehören z.B. Projektdatenbanken, inhaltlich und im Umfang begrenzte Datenbanken zu den begrenzten Online-Ressourcen.
"Empfehlungen", S. 3

Neben den schon erwähnten Begriffen im Titel, die auf Periodizität hindeuten (z.B. Jahresbericht), können auf ein fortlaufendes Erscheinen bei Online-Publikationen außerdem hinweisen: ISSN, Zählungen, die eine Periodizität zum Ausdruck bringen (z.B. Jahres- bzw. Jahrgangsangabe, ggf. mit chronologischen Bezeichnungen) und Angaben von oder Bemerkungen zu Aktualisierungszeiträumen (z.B. the database is a steadily growing collection ..., the file continues to be updated and expanded daily… u.ä.). Vgl. auch "Empfehlungen", S. 2

Im Zweifel sollte bei der Abgrenzung zwischen begrenzten und fortlaufenden Online-Ressourcen die bibliographische Erschließung als fortlaufende Online-Ressource erfolgen.
"Empfehlungen", S. 3

Ist die Abgrenzungsfrage geklärt, schlagen die "Empfehlungen" die Zuordnung der Online-Publikation zu einer der beiden Veröffentlichungstypen vor: "Fortlaufend in einzelnen Teilen erscheinend" (Continuing successively-issued resource) oder "Fortlaufend mit integrierender Erscheinungsweise" (Continuing integrating resource). Diese Entscheidung ist wichtig, weil sowohl die AACR2 als auch die ISBD(CR) aus dieser Differenzierung unterschiedliche Katalogisierungsvorschriften besonders hinsichtlich des Splittens ableiten. Zu den Online-Publikationen, die in einzelnen Teilen mit oder ohne chronologischen Bezeichnungen erscheinen, gehören die elektronischen Zeitschriften, die im Gegensatz zur Praxis der ZDB gemäß AACR2 bei gravierenden Titeländerungen gesplittet werden. Zur Gruppe der Online-Publikationen, die nach der integrierenden Methode aktualisiert werden, gehören Datenbanken und Web-Sites, die übereinstimmend mit der Praxis der ZDB auch bei AACR2 bei gravierenden Titeländerungen nicht gesplittet werden. Vgl. 3.4.6

Liegt eine fortlaufende Online-Ressource vor, die in mehreren Teilen erschienen ist und deren Teile dauerhaft unterscheidbar sind (z.B. Jahrgang, Heft), wird diese fortlaufende Online-Ressource der Gruppe „Continuing successively-issued resource“ zugeordnet.
Liegen die einzelnen Teile nicht als unterscheidbare Einheiten vor, erfolgt die Zuordnung zu der Gruppe „Continuing integrating resource“.
"Empfehlungen", S. 3

6.3 Bestimmung des Hauptsachtitels und der Haupteintragung

Nach dem derzeitigen AACR2-, ISBD(CR)-Revisionsstand wird bei „Continuing integrating resources“ die bibliographische Beschreibung auf die neueste Vorlage gestützt. ...
"Empfehlungen", S. 3
...
Des Weiteren sollen bei fortlaufenden Online-Ressourcen flankierende, weiterführende Links der Startseite nicht als Teil der „Continuing successively-issued resource“ bzw. „Continuing integrating resource“ gelten und bleiben demzufolge in der bibliographischen Beschreibung unberücksichtigt.
Zudem können weitere flankierende Informationen, z.B. technischer Service oder aktuelle Meldungen unberücksichtigt bleiben oder bei Bedarf im Fußnotenbereich aufgeführt werden.

"Empfehlungen", S. 4

Wie grundsätzlich bei den Titelaufnahmen der ZDB wird auch bei elektronischen Publikationen mit integrierender Erscheinungsweise der bibliographischen Beschreibung die jeweils neueste Vorlage zu Grunde gelegt. Gemäß NBM § 115,1,H werden bei Online-Publikationen die für die Einheitsaufnahme notwendigen Angaben übernommen:

a. von der Startseite der Publikation (auch Homepage); bei Datenbanken vom Startbildschirm, der häufig die Form einer Suchmaske hat.

b. von den anderen internen Quellen; das sind vom Produzenten erstellte Seiten der Publikation, die zum Titel gehörende Angaben enthalten (§ 22); zuerst herangezogen wird diejenige Seite mit den umfassendsten Angaben zum Titel und mit der ausführlichsten Titelfassung.
Anm.: Außer der Startseite handelt sich dabei um alle anderen Seiten einer Publikation, die mittels weiterer URLs adressierbar sind.
Diese Anweisung ist bei Datenbanken, die aus sehr vielen Einzeldatenbanken bestehen, und bei Aggregatordatenbanken eventuell nicht anwendbar.

c. von externen Quellen der Publikation; das sind zur Publikation gehörende Daten, die dynamisch erst zum Zeitpunkt des Benutzerzugriffes z.B. aus gespeicherten Metadaten aufgebaut werden und Frontdoor-Seiten.
Anm.: Die Frontdoor ist die Startseite eines Online-Angebots, die in der Regel Teil eines Dokumente-Managementsystems ist und nicht vom Produzenten der Publikation, sondern von anderen Produzenten erstellt wurde.

Bei der Bestimmung des zuerst zu berücksichtigenden Titels als Hauptsachtitel sollte derjenige gewählt werden, der die ausführlichste Titelfassung bietet. Diese Bestimmung kann jedoch nur Anwendung finden, wenn zwei oder mehr Titelfassungen in ähnlicher Gestaltung miteinander konkurrieren. Eine Titelfassung von einem seitlichen Rahmen/Menüleiste sollte, auch wenn sie die ausführlichere ist, nicht zum Hauptsachtitel werden.
Weitere in der Publikation vorhandene Titelfassungen werden als Nebentitel behandelt und in den Feldern 4212 bzw. 4213 erfaßt.

Die gemäß RAK-NBM § 162,0 (RAK-NBM-Präzisierungen) vorgeschriebenen Angaben zur Haupttitelstelle und zum Hauptsachtitel werden im Feld 4213 gemacht, jedoch nur dann, wenn in seltenen Einzelfällen der Hauptsachtitel von anderen Stellen als von der Haupttitelstelle entnommen wurde.

Beispiele:

4213 %Hauptsacht. aus d. Readme-Datei
4213 %Hauptsacht. fingiert

Gemäß RAK-NBM § 697,3 erhalten fortlaufende Sammelwerke aller Materialarten die Haupteintragung nach den RAK-WB. Abweichend von den RAK-WB-Präzisierungen im ZETA E 211,2.2 gilt für Titel maschinenlesbarer Ausgaben, die den Titel eines dazugehörigen Gesamtwerks enthalten, z.B. "Beratungsführer online", dass sie nicht als Unterreihe (Beratungsführer / Beratungsführer online), sondern grundsätzlich unter dem vorliegenden Hauptsachtitel angesetzt werden. Diese Regelung gilt ebenfalls für Titel, die den Titel des dazugehörigen Gesamtwerkes in Initialform enthalten.

6.4 Allgemeine und spezifische Materialbenennung

Die allgemeine Materialbenennung für Online-Publikationen lautet "Elektronische Ressource" und wird im Feld 4000, Unterfeld $n in doppelten eckigen Klammern erfaßt, ggf. nach einem zu ergänzenden Urheber. Diese Angabe dient der Information des Benutzers über die Art der Ausgabe und zwar bereits am Anfang der Titelaufnahme, was zur Folge hat, dass sie in der Regel auch in Trefferlisten erscheint.

Die nach RAK-NBM zusätzlich zur allgemeinen Materialbenennung vorgesehene Angabe der spezifischen Materialbenennung erfolgt im Bereich der Fußnoten im Feld 4060. Die spezifische Materialbenennung lautet "Online-Ressource" (RAK-NBM § 3a,8,Anm. 2, RAK-NBM-Präzisierungen).

Die codierten Angaben über die Art der maschinenlesbaren Ausgabe erfolgen im Feld 1101. Dort wird u.a. auch unterschieden zwischen elektronischen Publikationen auf Datenträgern und im Fernzugriff.

6.5 Erscheinungsverlauf

Die Besetzung des Feldes 4025 ist Pflicht in den Titelaufnahmen der ZDB, deshalb ist auch bei Online-Publikationen mit integrierender Erscheinungsweise eine - eventuell provisorische - Angabe erforderlich. Dabei soll der frühestmögliche Erscheinungszeitraum berücksichtigt werden.
Fehlen die üblichen Angaben in der Publikation, sollen vorzugsweise - falls vorhanden - Copyright-Jahre bzw. Jahres- oder Standangaben für die provisorische Angabe verwendet werden. Gegebenenfalls kann sogar nur das Jahr, in dem die Titelaufnahme erstellt wird, als provisorische Angabe in 4025 angegeben werden.

6.6 Systemvoraussetzungen und andere Hinweise in Fußnoten, Angabe der URL

Bei elektronischen Publikationen im Fernzugriff werden gemäß RAK-NBM § 161b (RAK-NBM-Präzisierungen) Angaben über Systemvoraussetzungen, Zugang und Adresse gemacht.
Die Angaben zu den Systemvoraussetzungen können gemacht werden, wenn sie der Vorlage zu entnehmen sind. Sollen die Angaben gemacht werden, werden sie vorlagegemäß oder in strukturierter Form im Feld 4251 eingegeben, wobei sie durch den Text "Systemvoraussetzungen:" eingeleitet werden müssen.
Grundsätzlich ist die Angabe der Systemvoraussetzungen in der ZDB bei allen elektronischen Publikationen im Fernzugriff freigestellt.
Angaben zum Zugang können - wenn sie für zweckmäßig gehalten werden - ebenfalls im Feld 4251, ggf. nach den Systemvoraussetzungen gemacht werden. Diese Angaben müssen eingeleitet werden durch "Zugriffsart:".
In der ZDB werden nur dann Angaben zum Zugang gemacht, wenn es sich bei der zu katalogisierenden Publikation nicht um eine Internetpublikation handelt.
Die Adresse einer elektronischen Publikation im Fernzugriff wird in der ZDB im Feld 4085 angegeben. URLs (Uniform Resource Locator) werden im Unterfeld $u angegeben. Auf einen einleitenden Text wird jedoch verzichtet; im ZDB-OPAC erscheint das Label "URL:".
Eventuelle Erläuterungen zur URL bzw. zu mehreren URLs zu einem Titel erfolgen im Feld 4085, Unterfeld $x.

4085 =u http://almira.ceremab.u-bordeaux.fr/periodiquesbull=89.00=x H; bis 95.1998,1
4085 =u http://link.springer.de/link/service/journal00208/index.htm=x H; ab 95.1998,2

Das Prinzip, die bibliographische URL4 auf jeden Fall in der Titelaufnahme anzugeben, ist eventuell nicht in allen Fällen anwendbar. Teilnehmer, die einen kostenpflichtigen Zugang erworben haben, können oft keine bibliographisch relevante URL ermitteln, die anderen Teilnehmern einen kostenfreien Zugriff auf interessante Seiten ermöglicht. Wenn leicht zu ermitteln, wäre die Angabe derjenigen URL wünschenswert, die den Zugang z.B. auf die Datenbankbeschreibung des Herstellers ermöglicht, die einem Benutzer die kostenfreie Entscheidung erlaubt, ob diese Publikation für ihn interessant ist. Ist die Ermittlung dieser URL nicht möglich, kann die URL der Homepage des Datenbankanbieters angegeben werden.

Ferner empfiehlt die Expertengruppe die Angabe eines Sichtungsdatums bei allen fortlaufenden Online-Ressourcen.
...

"Empfehlungen", S. 3

Diese Angabe erfolgt im Feld 4213 und zwar jeweils in einem eigenen Feld.

4213 %Gesehen am 07.08.02

6.7 Titelsplits/Titelverknüpfungen

Bei nach der integrativen Methode erstellten Online-Publikationen sind Titelsplits nach ISBD-CR nur unter wenigen, genau bestimmten Voraussetzungen vorgesehen (gravierende Änderung / major change). Im allgemeinen wird nicht gesplittet sondern die vorhandene Titelaufnahme so korrigiert, dass sie die aktuellen bibliographischen Informationen enthält (geringfügige Änderung / minor change). Es gilt das latest entry-Prinzip, d.h. im Feld 4000 wird der aktuelle Titel erfasst. Früher gültige Titelfassungen werden, wenn möglich mit Datierung, im Fußnotenbereich im Feld 4213 erfasst.

Eine gravierende Änderung bei einer Online-Publikation mit integrierender Erscheinungsweise liegt vor,

  • wenn sich die Ausgabebezeichnung und der Geltungsbereich (Art, Umfang, Inhalt) verändern
    Manual of forestry management practices. Canadian edition
    ⇒Manual of forestry management practices. North American edition

    Kanada ist ein Teil von Nordamerika. Wenn statt Kanada die Ausgabebezeichnung Nordamerika lautet, haben sich der regionale Bezug und damit der Umfang gravierend verändert, deshalb wird eine neue bibliographische Beschreibung angelegt, wenn der Zeitpunkt der Titeländerung feststellbar ist.

  • wenn zwei oder mehr Publikationen mit integrierender Erscheinungsweise eine neue Publikation mit integrierender Erscheinungsweise bilden
    British archaeology bibliography
    Irish archaeology bibliography
    ⇒British and Irish archaeology bibliography

  • wenn sich eine Publikation in zwei oder mehr Publikationen aufteilt
    Bibliographie Kirchengeschichte und Kirchenrecht
    ⇒Bibliographie Kirchengeschichte
    ⇒Bibliographie Kirchenrecht

In diesen Fällen werden die vorhandenen Titelaufnahmen von Publikationen mit integrierender Erscheinungsweise im Erscheinungsverlauf abgeschlossen und mit der bzw. den Fortsetzungstiteln verknüpft.

Die in der ZDB üblichen Verfahrensregelungen zur Herstellung von Titelverknüpfungen zwischen parallelen oder fortsetzenden Ausgaben aller Materialarten des gleichen Werkes finden auch bei Online-Publikationen mit integrierender Erscheinungsweise Anwendung. Gelegentlich kann die Herstellung von Titelverknüpfungen jedoch Schwierigkeiten bereiten, wenn Online-Publikationen von anderen Anbietern mit anderen Ortsangaben usw. angeboten werden, sodass eine Beziehung nicht hundertprozentig festgestellt werden kann. Im Zweifelsfall sollte auf Verknüpfungen verzichtet werden.

6.8 Angaben in Exemplarsätzen

Im Feld 7135 des Exemplarsatzes wird die lokale URL, die je nach Verbund/individueller Bibliothek unterschiedlich sein kann, angegeben. Eventuelle Erläuterungen zu dieser URL werden im selben Feld im Unterfeld $x gegeben.
Wenn nur eine lokale URL angegeben wird, können dazugehörige Erläuterungen z.B. Zugangsbedingungen bzw. der Geltungs- und Lizenzbereich auch im Feld 8034 eingetragen werden.

Beispiel:

8034 Zugriff nur im Hochschulnetz der Universität ... bzw. für autorisierte Benutzer

7 Anhang: Erfassungshilfen

7.1 Erfassungshilfe für elektronische Ressourcen im Fernzugriff

Liste der relevanten Felder 5

Exemplarsatz:

7.2 Erfassungshilfe für Elektronische Ressourcen im Fernzugriff

Hier Sonderfall: layoutgetreue Digitalisierung (mit und ohne Master7)

Liste der relevanten Felder8

Titeldatensatz:

Exemplardatensatz:

7.3 Erfassungshilfe für elektronische Ressourcen im Fernzugriff: Langzeitarchivierung

Liste der relevanten Felder 9

Exemplarsatz:

Titelaufnahme-Beispiel für eine elektronische Ressource im Fernzugriff (fingiert):

0500 Obvz
0600 la
1100 1999
1101 cr
1140 st
1500 /1ger
1700 /1XA-DE
2110 2062283-1
3100 !005542898!Baden-Württemberg / Landeskriminalamt
4000 Polizeiliche Kriminalstatistik Baden-Württemberg [[Elektronische Ressource]] / Hrsg.: Landeskriminalamt Baden-Württemberg
4025 Nachgewiesen 1999 -
4030 Stuttgart : Landeskriminalamt
4060 Online-Ressource
4085 =u http://www.polizei-bw.de/lka/jahresberichte/jb_index.htm=x H= z LF; nur der neueste Jg.
4085 =u http://www.bibliothek.uni-regensburg.de/ezeit/?2062283=x F
4085 =u http://www.boa-bw.de/frontpage.do?id=500=x L; 2000-
4233 *l* : durch die Württembergische Landesbibliothek Stuttgart und das Bibliotheksservice-Zentrum Baden-Württemberg
5080 550;560

Exemplarsatz

7002 07-04-04 : x
4800 !009017216!700100-9 24> Stuttgart, Württembergische Landesbibliothek
7120 /b2000-
7135 =u http://www.boa-bw.de/frontpage.do?id=500
7900 14-04-04 20:01:20.000
8001 %8g
8031 - Archivierung durch WLB
8032 #2#2000(2001) -
8034 Langzeitarchivierung. - Volltext-Zugang
8510 %ej%8boa
8594 la


1 Das ist die verlags- bzw. produzentenseitig vergebene URL der Startseite, die den kostenfreien Zugang zu Inhaltsverzeichnis und/oder Abstracts erlaubt.

2 Dieses Problem hat bei der Katalogisierung von Monografien eine größere Bedeutung als bei Zeitschriften.

3Eine Überarbeitung dieses Kapitels wird nach Einführung der neuen Splittregeln erfolgen.

4 Das ist die verlags- bzw. produzentenseitig vergebene URL der Startseite, die den kostenfreien Zugang zu Inhaltsverzeichnis und/oder Abstracts erlaubt.

5in Auswahl und z.T. mit Erfassungsbeispielen, einschließlich der für die Erfüllung des Minimalfomates notwendigen Felder

6 als Erläuterung zu den Angaben in 4025

7 Angaben in roter, kursiver Schrift beziehen sich auf einen Digitalisierungsmaster

8 in Auswahl, einschließlich der für die Erfüllung des Minimalfomates notwendigen Felder

9 in Auswahl und z.T. mit Erfassungsbeispielen, einschließlich der für die Erfüllung des Minimalformates notwendigen Felder

Letzte Änderung: 16.07.2013